Viel gestellte Fragen in der Praxis, meine Anwort:

  • Bonus statt Schmerzen!

Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich sind und einen Zahnarztbesuch erzwingen. Sie gefährden nicht nur Ihre Zähne, sondern auch den Bonus für Zahnersatz. Diesen erwirbt man durch regelmäßigen Zahnarztbesuch - bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren zweimal pro Jahr, bei Erwachsenen ab 18 Jahren einmal pro Jahr. Mit einem lückenlos ausgefüllten Bonusheft erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse einen höheren Zuschuss für notwendige Kronen oder Brücken.
Auch ohne Beschwerden sollte der Zahnarzt unbedingt regelmäßig besucht werden. Kleine Schäden können so frühzeitig erkannt und meist mit einer kleinen Füllung repariert werden. Zahnersatz muss also nicht sein. Der optimale Schutz für die Zähne und das Zahnfleisch ist ein auf jeden Patienten speziell abgestimmtes Vorbeugungsprogramm - die Individualprophylaxe. Damit kann nahezu jeder sein Gebiss langfristig erhalten. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt darüber.
 

  • Wann das erste Mal zum Zahnarzt?

Es ist ein stolzes Gefühl für Eltern, wenn beim Nachwuchs das erste Zähnchen plötzlich am Löffel klappert. Und damit taucht zugleich bei vielen die Frage auf, wann sollte das Kind eigentlich erstmals zum Zahnarzt gehen?
Seit Juli 1999 gibt es auf der Grundlage der Gesetzlichen Krankenversicherung das Programm der Früherkennungsuntersuchung, das mit dem 30. Lebensmonat beginnt. Voraussetzung ist das vollständig durchgebrochene Milchgebiss. Ist dies schon vor diesem Zeitpunkt der Fall, kann mit der ersten Untersuchung auch eher begonnen werden. Der Zahnarzt inspiziert dabei die Mundhöhle, schätzt das Kariesrisiko ein, berät die Eltern zu Ernährung und Mundhygiene und behandelt vorbeugend mit Zahnschmelz härtenden Maßnahmen. 


 

Dazu hier eine Pressemitteilung der KZV Sachsen:


 

Milchzahnkaries ist keine Nebensache

Karies ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter. 
Die Zahnärzteschaft will deshalb Vorsorge und Therapie für Kleinkinder zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat verbessern und drei systematische zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen einführen, die im „gelben Heft“ für ärztliche Kinder-Untersuchungen dokumentiert werden. 
Bisher sind zahnmedizinische Früherkennungsmaßnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung erst ab dem 30. Lebensmonat vorgesehen. Nach Einschätzung der Zahnärzteschaft eindeutig zu spät. 

Das verbesserte Vorsorgekonzept haben Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ), dem Deutschen Hebammenverband (DHV) und unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Greifswald entwickelt. 

Damit Karies frühzeitig erkannt, schmerzfrei behandelt und im Anfangsstadium sogar ausgeheilt werden kann, sollen Eltern über richtige Mundhygiene und zahngesunde Ernährung aufgeklärt werden. 
„Nach der Geburt interessieren sich Mütter besonders stark für Informationen, die die Gesundheit ihrer Babys betreffen. Die Erfahrungen der Hebammen zeigen jedoch, dass die Mütter dabei zu selten an die Mundhygiene denken“, so Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbandes. 
Erklärtes Ziel des Konzeptes ist es, allen Kindern die gleichen Chancen auf ein zahngesundes Leben zu eröffnen. „Milchzahnkaries ist keine Nebensache“, so Prof. Christian Splieth von der Universität Greifswald. „Sie ist für die betroffenen Kleinstkinder oft sehr schmerzhaft. Und der frühzeitige Verlust von Milchzähnen beeinträchtigt das Kauvermögen, behindert die Sprachentwicklung und Entwicklung der bleibenden Zähne.“ 

PM BZÄK/KZBV 

Rückfragen, Recherche- oder Interview-Wünsche: 
Dipl.-Journ. Gundula Feuker 
Informationszentrum Zahngesundheit/ 
Landeszahnärztekammer Sachsen 
Telefon: 03 51 - 806 62 75 
E-Mail: izz.presse@lzk-sachsen.de


  

  • Elektrische Zahnbürste ja, aber ...

Sie wäre schon ein rechtes Familien-Geschenk, so eine elektrische Zahnbürste. Bei nur einer Zahnbürste behielte dennoch jeder in der Familie seinen Zahnbürsten-Kopf. Diese Zahnbürste kann von Rechts- wie Linkshändern gleichermaßen bedient werden. Die nachlassende Farbe der Borsten zeigt den Zeitpunkt des Bürstenwechsels an. Dennoch: Ganz „ohne“ ist der Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste nicht und von ganz allein macht auch sie nicht alles. Die elektrische Bürste ist kein Zeitspar-Gerät. Ob von Hand oder elektrisch geputzt, die Putz-Zeit muss gleichermaßen 3 Minuten betragen. Auch zu heftiges Aufdrücken beim Putzen ist genau wie bei der Handzahnbürste eher schädlich fürs Zahnfleisch. Die Rotationsbewegungen der elektrischen Zahnbürste müssen ergänzt werden mit der Bewegung von oben nach unten über den Zahn. Es verlangt auch einige Übung bis die Zahnbürste so druckfrei über das Zahnfleisch bewegt werden kann, dass damit ein sehr angenehmer Massageeffekt zu erzielen ist.
Weil die elektrische Zahnbürste eben doch einiges an Fertigkeiten und Verstehen verlangt, sollten Kinder das Zähneputzen erst mit der üblichen Handzahnbürste erlernen, bevor ihnen die elektrische in die Hand gedrückt wird.
 

  • Zahnimplantate – mehr als nur Lückenfüller

Ein Implantat ersetzt nicht nur den verlorenen gegangenen Zahn, sondern schont die nebenstehenden Zähne, weil diese nicht wie bei konventionellem Zahnersatz beschliffen werden müssen, um die lückenschließende Konstruktion zu tragen. Dafür aber kann so ein Implantat eine Brücke, eine Teil- oder sogar eine Vollprothese sehr gut tragen – weil die künstliche Wurzel festverwachsen im Kiefer steckt.
Erfahrungen mit der Implantation künstlicher Wurzeln gibt es mittlerweile seit etwa 15 Jahren, die Erfolgsquote bei dieser Behandlung ist sehr hoch und es gibt nahezu für jeden Fall das richtige Implantat.
In der neuen Ausgabe Nr. 35 der Patientenzeitschrift ZahnRat erfahren Sie, in welchen Schritten eine Implantation abläuft, welche gesundheitlichen Voraussetzungen für ein Implantat gegeben sein müssen und wie der „neue“ Zahn gepflegt werden muss.
Es wird auch von Risiken und Nachteilen einer solchen Therapie zu lesen sein, der ZahnRat erläutert in einem kurzen Abriss ebenfalls die Kostenfragen.
Der neue ZahnRat liegt ab sofort in den Wartezimmern der Zahnärzte zum Mitnehmen aus.
 

  • Mundgeruch muss gar nicht sein

Der Begriff Halitose klingt zwar interessant, doch er heißt nichts anderes als Mundgeruch, und das empfinden die Betroffenen als unangenehm. Wer sonst nicht von Mundgeruch geplagt wird und plötzlich damit zu kämpfen hat, ist versucht, zu einem Mundwasser zu greifen. Doch damit wird das Problem sehr oft nur überdeckt.
Ist die Ursache eine Zahnfleischentzündung oder ein Kariesloch im Zahn, kann der Zahnarzt schnell helfen. Auch Schnarchen kann eine Ursache sein, weil dabei der Mund stark austrocknet. In vielen Fällen kann der Zahnarzt mit einer Schiene etwas gegen das Schnarchen tun.
Woran die wenigsten denken, dass hastiges Essen mit zuwenig Kauen Mundgeruch verursachen kann. Kauen muss der Mensch, weil das Kauen die Zunge reinigt.
Greifen Sie nach dem Essen zu Zahnseide zum Reinigen der Zahnzwischenräume. Zahnpflegende Kaugummis fördern den Speichelfluss, der ebenfalls Mundgeruch eindämmen kann. Fragen Sie Ihren Zahnarzt auch nach einer belagreduzierenden Mundspülung oder lassen Sie sich den Gebrauch eines Zungenreinigers erklären.
 

  • Zahngesund durch die Schwangerschaft

Es ist eins der schönsten und gern gehörten Komplimente, einer Schwangeren zu sagen, sie sehe aus wie das blühende Leben. Die beschwerlichsten Tage werden oft verdrängt, doch gerade im Anfang der Schwangerschaft liegen für die werdende Mutti kaum beachtete Gefahren für ihre Zahngesundheit. Da treffen die berühmt-verrückten Essgelüste mit den gefürchteten Brech-Attacken zusammen. Beides sind pure Säure-Attacken auf den Schutzmantel der Zähne und auf das Zahnfleisch, das wegen verstärkter Durchblutung besonders reizempfindlich geworden ist. Es gilt daher, nicht nur möglichst nach jeder Mahlzeit und jeder Magen-Attacke die Zähne zu putzen, sondern dies auch zahnfleischschonend zu tun.
Ist das Baby endlich geboren, ist die erhöhte Gesundheitsgefahr für die Zähne der Mutter noch nicht vorüber. Es geht nicht nur darum, durch sorgfältige Mund- und Zahnpflege die Übertragung von kariesauslösenden Bakterien beim Schmusen, Vorkosten oder Nuckelbefeuchten für das Kind so gering wie möglich zu halten. Auch die gesundheitlichen Reserven der Mutter sind durch die Schwangerschaft zumindest reduziert worden, nun tut die Stillzeit noch ein Übriges. Außer dem Zähneputzen ist deshalb auch eine bewusst (zahn-)gesunde ausgewogene (!) Ernährung angesagt.
 

  • Zahnfarbene Füllungen

Die beste Füllung ist noch immer die, die man nicht braucht. Doch ohne kommt kaum einer durchs Leben. Nur sollte das vielleicht nicht gerade bei einem herzhaften Lachen für jeden ersichtlich sein. Zahnfarbene Füllungen bieten sich als Lösung an. Welches Material dabei eingesetzt wird, hängt davon ab, welcher Zahn behandelt werden muss und wie groß der Defekt ist. Ist das „Loch“ noch von genügend gesunder Zahnsubstanz umgeben, kann man außer einer vom Zahnarzt gelegten Füllung auch ein im Zahnlabor angefertigtes Inlay aus Kunststoff oder Keramik in Betracht ziehen. Inlays sind „Maßanfertigungen“ nach einem Abdruck und haben eine höhere Haltbarkeit.
Vom Zahnarzt gelegte Kunststoff-Füllungen bestehen aus Schichten unterschiedlicher plastischer Werkstoffe, die unter Licht ausgehärtet werden. Ähnlich wie bei anderen Füllungen entstehen im Laufe der Gebrauchsjahre Abnutzungen an diesen Composites. Die Lebensdauer ist damit begrenzt.
So zahnfarben die Lösung also ist, bleibt doch der Zahn ein nunmehr „reparierter“ und bedarf umso mehr besonderer Aufmerksamkeit und Pflege. Zumal die zahnfarbene Füllung außer im Frontzahnbereich keine Kassenleistung ist.
 

  • Wenn das Zahnfleisch blutet

Geschwollenes, gerötetes und blutendes Zahnfleisch deuten auf eine Entzündung des Zahnfleisches hin. Auch Schmerzen oder Schwellungen sind ernst zu nehmen. Entzündungen des Zahnfleisches können mit verbesserter Zahnreinigung vermieden werden.
Im Mund leben viele Arten von Bakterien, die zum Leben notwendig sind. Bei unzureichender Zahnpflege können sich die Bakterien jedoch ungestört vermehren. Sie wachsen zu Belägen zusammen und reizen durch ihren Stoffwechsel das Zahnfleisch. Werden die Zahnbeläge nicht entfernt, kann die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Kieferknochen übergreifen und diesen zerstören. Die beste Vorbeugung heißt: regelmäßig und gründlich Zähne mit Bürste und Zahnseide putzen – auch in den Räumen zwischen den Zähnen. Mit regelmäßigen Zahnarztbesuchen können Entzündungen frühzeitig erkannt und gestoppt werden.
 

  • Zahnschmuck - Keine Sache für Heimwerker

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der heimlichen Wünsche, sondern auch der kleinen Eitelkeiten. Ganz aktuell werden verschiedentlich "Heimwerker-Sets" für das Kleben von Zahnschmuck angeboten. Gelockt wird mit einem Preisvergleich zu Zahnschmuck vom Zahnarzt. Doch die Aufkleber aus dem Katalog halten nach eigenen Angaben nur 4 Wochen. Der vom Zahnarzt geklebte Schmuck dagegen etwa zwei Jahre. Aber nicht nur der Zeitfaktor spricht gegen das Do-it-yourself-Verfahren. Vor dem Kleben muss die Zahnfläche mit einem Ätzmittel gereinigt und für den Kleber aufnahmefähig gemacht werden. Wer ist schon so geübt, dass er vor dem Spiegel mit der Ätzflüssigkeit die minimalste Fläche behandelt, nicht zufällig wieder mit Zunge oder Lippe darüberfährt, den Kleber mit möglichst Punktgenauigkeit auf das Schmucksteinchen oder Dazzler aufträgt und sauber auf die gewünschte und vorbehandelte Zahnfläche aufdrücken kann? Immerhin sind Ätzmittel und Kleber Chemikalien, die an der falschen Stelle oder in zu großer Menge aufgetragen unangenehme Reizungen im Mund auslösen können.
Es sollte auch bedacht werden, dass sich nicht jeder Zahn zum Schmuckkleben eignet, er muss gesund sein und darf nicht nur noch aus Füllung bestehen. Gerade das aber kann nur der Zahnarzt einschätzen.
Auch kleine Eitelkeiten wollen also mit Bedacht erfüllt werden.
 

 

 

 

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